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Klassische Homöopathie – sanft und ganzheitlich Heilen 2. Teil

Was ist eigentlich klassische Homöopathie?

Nach den Ausführungen zum Wirkprinzip der Homöopathie im letzten Blog folgt heute eine kurze Einführung in die Klassische Homöopathie. Die Homöopathie ist eine seit Jahrhunderten bewährte, auf einem klaren Konzept aufbauende Heilmethode. Einzelne Arzneien, deren Wirkungen zuvor am gesunden Menschen geprüft wurden, werden dabei nach dem Ähnlichkeitsprinzip und in geeigneter Verdünnung auf Grund der individuellen Krankheitszeichen beim Patienten angewendet. Auf die einzelnen Merkmale dieser vorläufigen Begriffsbestimmung wird noch ausführlich eingegangen. Die Homöopathie will die Selbstregulation („Selbstheilungskraft“) des Organismus anregen. Sie ist eine gezielte und individuelle, den Menschen in seinen Wesensgliedern berücksichtigende Heilmethode.

Aus der Entstehung der klassischen Homöopathie

Die revolutionierenden Grundgedanken für dieses neue Behandlungsverfahren sind Dr. Christian Samuel Hahnemann zu verdanken. Similia similibus curentur – Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt – diese Ähnlichkeitsregel wurde erstmals 1796 niedergelegt und erfährt im Organon seine endgültige klassische Form:

Wähle, um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfall eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden für sich erregen kann, als sie heilen soll.“

Christian Samuel Hahnemann wurde am 10. April 1755 in Meißen geboren. Als begeisterter Schüler besuchte er dort zuerst die Lateinschule und kam dann durch einen Fürsprecher auf die Fürstenschule St. Afra. Mit 20 Jahren verließ er sein Elternhaus um in Leipzig Medizin zu studieren. Seinen Lebensunterhalt finanzierte er u.a. mit Übersetzungen englischer medizinischer Texte ins Deutsche.

Zur Homöopathie fand Hahnemann durch einen Selbstversuch mit Chinarinde. Dieser „Chinarindenversuch“, bei dem der völlig gesunde Hahnemann nach der Einnahme einer größeren Portion des eigentlich fiebersenkenden Malaria-Mittels in einen krankhaften, heftig fieberhaften Zustand geriet, wird als „Geburtsstunde des Simile“ gesehen, nämlich Ähnliches mit Ähnlichem zu. heilen. In weiteren Selbstversuchen vertiefte Hahnemann seine Entdeckung und wendete die heute mit „Homöopathie“ bezeichnete, sanfte Heilmethode erfolgreich bei seinen Patienten an. Hahnemann stellte sich damit gegen die gesamte Medizin seiner Zeit. Verfolgt von der Missgunst und den Beschimpfungen seiner Berufskollegen und ihrer Standesvertreter kämpfte er sein ganzes Leben gegen die damaligen medizinischen Behandlungsmethoden und für die Verbreitung seiner genialen Entdeckung. Oft musste er seine ärztliche Tätigkeit an andere Orte verlegen und mit seiner großen Familie, seinem Hab und Gut, den Wohnsitz wechseln. Dabei war er unablässig wissenschaftlich tätig, führte Behandlungen durch und setzte sich kompromisslos für seine Lehre ein.

Zu den wichtigen Veröffentlichungen Hahnemanns zählen:

Organon der Heilkunst“, „Reine Arzneimittellehre“, „Die chronischen Krankheiten“ und die Gründung der Allgemeinen homöopathischen Zeitung. Nach dem Tod seiner ersten Frau und müde von den Auseinandersetzungen bei dem Versuch, die Homöopathie durchzusetzen, lebte Hahnemann sehr zurückgezogen. 1835 übersiedelte Hahnemann mit seiner Patientin und zweiten Frau Melanie d`Hervillys nach Paris. Dort führte er bis zu seinem Tod eine erfolgreiche homöopathische Praxis und arbeitete weiter an seiner Lehre. Im Jahre 1843 starb Hahnemann und wurde im Friedhof Père Lachaise beigesetzt.

Hahnemann Grab

Dr. Angela Söldner an Hahnemanns Grabstein

Fortsetzung der kleinen Hausapotheke

Wie in Teil 1 mit den Mittelempfehlungen bei Verletzungen, Brüchen und Verstauchungen, Reiseübelkeit , Insektenstichen und Sonnenbrand werden im 2. Teil jetzt Empfehlungen für die Zusammenstellung einer kleinen Hausapotheke bei spontan auftretenden Beschwerden  fortgesetzt. Diesmal zu fieberhaften Infekten und zu Magen-Darm-Beschwerden. Es empfiehlt sich, die dort aufgeführten Mittel für den Start in einer D12 Potenz in der Apotheke zu erwerben.

Einige Mittel für akute Beschwerden

Infekt mit Fieber
Aconitum
Eisenhut / Sturmhut
aconitum Beginn plötzlich, Auslöser kalter Wind, Beschwerden begleitet von großer Unruhe und Angst, trockene, heiße Haut, Verschlechterung abends und nachts
Beladonna
Tollkirsche
Beladonna Beginn plötzlich, trockene Schleimhäute, Rötung und Hitze des Körpers, weite Pupillen, Verschlechterung durch Geräusche, Berührung, Licht
Chamomilla
Kamille
Chamomilla Haut feucht, heiß, oft eine Wange rot, die andere blass, sehr übellaunig, will herumgetragen werden, gutes Zahlungsmittel
Gelsemium
Gelber Jasmin
Gelsemium Beginn eher schleichend, zittrige Benommenheit, Zerschlagenheitsgefühl, Schwäche
Magen-Darm-Erkrankungen
Okoubaka
Schwarz- afrikanischer Rindenbaum
Okoubaka Kost- und Klimaumstellung bei Aufenthalt in fremden Ländern, Verdauungsstörung
Arsenicum album
Arsen
Arsenicum album Akute Magen-Darm-Störung, Lebensmittelvergiftung, Brechdurchfall mit raschem Kräfteverlust, brennende Schmerzen, Besserung durch Wärme, Gesellschaft, schlechter in Ruhe, nachts und nach dem Stuhlgang
Podophyllum
Maiapfel
Podophyllum Akute Magen-Darm-Störung, Sommerdurchfall mit kullern und gurgeln im Bauch, aufgeblähtes, hartes Abdomen, schwallartige Entleerung grün-gelben Stuhls, besser beim Umhergehen und durch Wärme, schlechter nach dem Essen und morgens
Nux Vomica
Brechnuss
Nux vomica Vergiftungsfolgen, Abusus von Arznei- und Genussmitteln, Magen-Darm-Beschwerden oft mit Verstopfung, auch Durchfall mit Krämpfen, Besserung durch kurzen Schlaf, Verschlechterung durch Aufregung, Zorn, zu viele Eindrücke, Kälte und Druck

Ausführlichere Informationen und Kurse zum Erlernen klassischer Homöopathie finden regelmäßig in meiner Praxis statt.

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